Unser Baugebiet

Unser Baugebiet

Sonntag, 3. August 2014

Erste echte Probleme

Ich habe wieder länger nichts gepostet. Das lag keineswegs daran, dass sich nichts getan hätte, im Gegenteil. Es hat sich richtig was getan, allerdings nicht unbedingt Positives. Daher mochte ich nicht bloggen, solange das Problem nicht zufriedenstellend gelöst war.
Das ist nun zum Glück geschehen, daher von Anfang an (Achtung, viel Geschreibsel):
Unser Haus war ja von uns, in Zusammenarbeit mit unserem Fachplaner Herr F. fertig geplant worden. Auf der Basis dieser Planung wurde das Festpreisangebot erstellt, das fester Bestandteil des bereits vor einiger Zeit unterschriebenen Bauvertrages ist. Soweit, so gut.
Nachdem dann der Vermesser die Daten geliefert hat, die der ausführende Architekt zur Erstellung aller Pläne und Schnitte benötigt, konnte mit der Fertigstellung aller für den Bauantrag benötigten Unterlagen begonnen werden.
Für diese Architektenleistungen hatten wir uns ja vertraglich 4 Wochen Maximaldauer zusichern lassen.
Im letzten Post hatte ich bereits geschrieben,dass die Architektenleistungen an einen externen Architekten übergeben wurden, allerdings so spät, dass dieser nur noch wenige Tage zur Einhaltung der Frist hatte.

Und nun kommts: kurz nachdem der Architekt mit der Bearbeitung unseres Projektes begonnen hatte, 4 Tage vor Ablauf der Frist, rief er uns an, und teilte uns mit, dass es ein Problem gäbe. Im Bebauungsplan der Stadt Königswinter, der uns von Anfang an vorlag und den wir bereits ganz zu Beginn der Planung dem Fachplaner weiter gegeben hatten steht drin, dass im Baugebiet nur eingeschossige Bebauung zulässig ist. Unser Haus wurde also von Anfang an als 1,5-geschossiges Haus geplant. Nur, dass unser Fachplaner von falschen Tatsachen ausgegangen ist, und das geplante Haus de Facto die ganze Zeit ZWEIGESCHOSSIG war! Was uns als Laien aber natürlich nicht auffallen konnte. Er war nämlch davon ausgegangen, dass die 5m² Luftraum von der Wohnfläche im OG abgezogen werden. Werden sie bei der Berechnung der Geschossigkeit aber nicht!
Nun stand also fest, dass unser geplantes Haus so definitiv nicht gebaut werden durfte. Die naheliegendste Änderung, die der Architekt zunächst vornahm, bestand darin, im OG 5m² einzusparen, indem der Kniestock erniedrigt wurde und das Dach abgesenkt.
Das ging für uns gar nicht!!!
Dadurch ging das luftige, offene Raumgefühl verloren, in das wir uns so verliebt hatten. Außerdem wäre die tolle, raumgewinnende Lösung mit den Schlafemporen in den Kinderzimmern so nicht mehr möglich gewesen, und das Badezimmer hätte ganz anders aufgebaut werden müssen (denn eine Toilette direkt unter der Dachschräge ist nicht ganz so bequem).
Wir legten ein entschiedenes Veto ein: Dieses Haus war nicht mehr das, das wir vereinbart hatten. Selbst mit der angedeuteten Entschädigung in Form von Bemusterungsguthaben konnten wir uns damit nicht anfreunden, es war einfach für uns eine zu krasse Verminderung der Wohnqualtät.
Zum Glück gab es noch eine andere Lösung, die die holz&raum-eigene Architektin fand: wenn man an der Stelle, an der wir das Dach weiter vorgezogen hatten, um einen überdachten Terrassenbereich zu schaffen, einfach auch die Geschossdecke und Außenwände entsprechend verlängerte, entstünde eine Vergrößerung der Grundfläche des OG, und diese 10m² hätten eine sehr geringe Raumhöhe von 1,3 - 0 m. Dadurch würde sich der Anteil der OG-Fläche, der unter 2m Raumhöhe hat, auf unter 75% verringern: die Bedingung für ein Nicht-Vollgeschoss wäre dann gegeben!
Damit waren wir einverstanden, Problem also gelöst. Eigentlich.
Ab dieser gefundenen Lösung dauerte es allerdings noch eine Woche, in der wir ständig mit verschiedenen Leuten hin- und her telefonieren mussten (dem freien Architekten, der holz&raum-Architektin, dem Geschäftsführer und ganz am Ende auch endlich unserem Fachberater, der sich als Verursacher des Problems die ganze Zeit über seeehr bedeckt gehalten hatte), bis wir endlich eine Antwort darauf hatten, wie sich diese Lösung finanziell auswirkt.
Wir vertraten eigentlich die Meinung, dass wir für diesen zusätzlichen "Kriechraum" nicht zur Kasse gebeten werden dürften. Denn er stellte zwar einen Mehrwert für uns dar (Stauraum kann man nie genug haben) und verursachte natürlich auch Materialkosten, aber er war ja kein nachträglicher Sonderwunsch von uns, sondern eine Notwendigkeit, die erst durch einen Fehler des Fachberaters entstanden war.

Schlussendlich einigten wir uns darauf, dass die Kosten 50/50 zwischen der Firma und uns aufgeteilt würden, und da es für uns insgesamt unter 1000€ waren, willigten wir ein.
So ist es okay für uns, aber ein Schaden ist trotzdem entstanden: das Grundvertrauen, dass wir bisher hatten, ist jetzt ein bisschen ins Wanken geraten. Wir schauen nicht mehr ganz so optimistisch in die Bau-Zukunft, und rechnen mit mehr Stress als bisher vermutet.

Trotzdem freuen wir uns auf die nächsten Schritte: Kommende Woche wird der Bauantrag gestellt. In ein paar Wochen wird die Bemusterung stattfinden. Und wenn alles klappt, wird im November das Haus hochgezogen!

Kommentare:

  1. Hallo ihr,
    da habt ihr euch ein wunderschönes Haus ausgesucht. Wir haben es in Wuppertal angeschaut und waren auch ganz begeistert. Leider passten die Maße nicht auf unser Grundstück. Man hätte es so umplanen müssen, dass es nicht mehr so schön gewesen wäre. Außerdem haben wir uns dann entschieden massiv zu bauen. Ich werde euren Blog aber verfolgen und bin ganz gespannt wie es bei euch weiter geht... Eigentlich kann es doch nur besser werden, oder? Drück euch die Daumen, dass euch GROßE Probleme erspart bleiben.
    Liebe Grüße

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    1. Vielen Dank, ich habe mich über den ersten Kommentar zu diesem Blog sehr gefreut! Dass den wirklich Jemand liest...:-)
      Ja, bei uns war es mit dem Haus auch Liebe auf den ersten Blick, und zum Glück hat es bei uns gepasst. Im Nachhinein sind wir mit der Änderung nun auch sehr zufrieden, ist doch ein echter Mehrwert.

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  2. Für uns war es auch wichtig, im OG einen hohen Kniestock zuhaben. War wir nicht bedacht hatten waren die Bestimmungen im Bebauungsplan zur Traufhöhe. Um die Kniestock zu erhalten, mussten wir gut 50cm mit dem Haus tiefer gehen. Dadurch sind auch Mehrkosten entstanden.... Während der Bauzeit kommt bestimmt noch die eine oder andere Überraschung, das ist wohl normal. Es gibt aber auch immer eine Idee oder Lösung, ganz bestimmt.

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