Unser Baugebiet

Unser Baugebiet

Samstag, 26. April 2014

Grundstückssuche, die 3.

Zwar etwas unsicher, ob wir uns das reservierte Grundstück in Thomasberg leisten könnten, aber voller Pläne und Tatendrang fuhren wir mit den Schwiegereltern an Ostersonntag nach Thomasberg zur Besichtigung.
Nach gegenseitiger Bestätigung dass das wirklich ein nettes Fleckchen ist und einer kleinen Runde durchs Dorf (also, zu dem Kindergarten braucht man zu Fuß wirklich nur ein paar Minuten!) hatten alle Lust auf Eis. Eine Eisdiele gibt es in Thomasberg leider nicht, aber im benachbarten Stadtteil Ittenbach.
In Ittenbach, genau auf der anderen Seite des Ölbergs (der höchste Berg im Naturpark Siebengebirge), war die Eisdiele schnell gefunden. Das Eis schmeckte, die Sonne schien, und wir saßen gemütlich in den Korbstühlen auf dem Gehweg in der verkehrberuhigten Zone des "Dorfkerns". Jeder schien hier Jeden zu kennen, nette kleine Läden und ein gepflegtes, sympathisches Erscheinungsbild rundeten den Nachmittag in Ittenbach ab. "Gibt es hier nicht vielleicht auch Grundstücke?" fragte meine Schwiegermutter.
Der kleine Floh kitzelte mein Ohr noch am frühen Abend. Immobilienscout war seit Monaten auf eine Suche nach Grundstücken in der Umgebung eingestellt, aber seit Wochen nicht mehr geöffnet worden (wir hatten ja ein Grundstück).
Der kleine Floh öffnete die Seite und sah: "Idyllisch wohnen direkt am Naturpark Siebengebirge. 33 sonnige Grundstücke, überwiegend mit Süd-/Südwestlage, könnten Ihr neues Zuhause werden. Preise ab (viel günstiger als das Grundstück in Thomasberg) bis (auch nicht viel teurer als das Grundstück in Thomasberg)".
Eine halbe Stunde später saßen Herr und Frau Tigopard wieder im Auto auf dem Weg nach Ittenbach. Um sich das Örtchen mal genauer anzusehen. Nur mal so, wir wollen Thomasberg ja nicht untreu werden.
Nach einem Spaziergang durch den auf den zweiten Blick immer noch sehr schönen Ortskern, in den zentral eingebettet eine Grundschule und ein Kindergarten lagen, fanden wir uns am Dorfrand auf einem freien Feld wieder, auf dem überall Markierungspflöcke standen und ein großes Schild der VOBA, auf dem das Neubaugebiet beworben wurde. Die Ausrichtung der meisten Grundstücke war ideal, die Lage super zentral und trotzdem super ruhig.

Fremdgehen fängt im Kopf an, am Dienstag nach Ostern ließen wir Taten folgen: Wir ließen uns das Expose schicken, einschließlich eines Übersichtsplans über die Grundstücke und einer Preisliste, auf der zu erkennen war, dass fast 50% der Grundstücke, die erst seit einer Woche angeboten wurden, schon reserviert waren. Einen Anruf später hatten wir ein Weiteres reserviert: Wie in Thomasberg auch dieses am Rand des (viel kleineren) Neubaugebiets gelegen, mit Garten ins Grüne raus, 10m² größer und trotzdem, auch durch die hier inbegriffenen Erschließungskosten, 15.000 € günstiger.

Wir sagten in Thomasberg zwar noch nicht ab. Aber dies war nun Grundstückssuche, die Letzte. Bestimmt. Oder?

Nun würden in den nächsten Tagen Gespräche mit verschiedenen Baufirmen folgen.

Grundstückssuche, die 2.

Mittlerweile war es Anfang 2014, und wir hatten unsere Suche ausgeweitet.
Da ich bisher von Bonn nach Neuwied pendle, und Herr Tigopard zwar in Bonn, aber auch ein gutes Stück von unserer Wohnung entfernt arbeitet, bot sich ein Ort in Richtung Siebengebirge an.
In Frage kamen für uns Bad Honnef und Königswinter.

Erfreulicherweise waren dort auch die m²-Preise ca. ein Drittel bis die Hälfte günstiger als im Stadtgebiet Bonn.

Im Februar war dann im Stadtteil Thomasberg ein Neubaugebiet gefunden, wie in Bonn wurde auch dieses direkt durch die Stadt erschlossen und veräußert.
Was uns hier gefiel war die Nähe zur Anschlussstelle der A3, was mich 10 Minuten Fahrtzeit täglich sparen würde, die trotzdem sehr ruhige Lage, die relativ gute Nahversorgung, Kindergärten und Schulen in kurzer Entfernung und das Grundstück unserer Begierde selbst: Am Rand des entstehenden Neubaugebietes gelegen ging der Garten auf eine Pferdekoppel mit anschließendem Wald hinaus, und durch die erhöhte Lage hat man an klaren Tagen tatsächlich Aussicht auf den winzigen Kölner Dom in der Ferne - der Traum eines jeden Rheinländers!
Das Grundstück war mit 650m² zwar eigentlich etwas groß, und trotz der vergleichsweise günstigen Bodenpreise etwas teuer, aber wir bewarben uns trotzdem.

Beziehungsweise bewerben... eigentlich kann man das so nicht nennen. Denn anders als der Stadt Bonn, die über das HIER beschriebene Auswahlverfahren die Zusammensetzung der künftigen Bewohner beeinflusst, ist dies der Stadt Königswinter scheinbar egal. Hier bietet man auf die Grundstücke. Ein Mindestquadratmeterpreis ist festgelegt, und Ende der "Auktion" ist jeweils bei der nächsten Sitzung des städtischen Bauausschusses. Wer bis dahin das höchste Gebot abgegeben hat, bekommt den Zuschlag. Wenn niemand geboten hat, geht es in die nächste Runde.
Mehr als der Mindestgebotspreis war für uns nicht drin, aber wir hatten einen Vorteil: das betreffende Grundstück war EIGENTLICH schon weg gewesen, aber die Käufer waren kurz vor Vertragsunterzeichnung doch abgesprungen, und das nun wieder freie Grundstück stand noch gar nicht wieder im Netz. Also kurz vor der Ratssitzung Gebot abgeben, und dann hoffen dass man der einzige Bieter bleibt.

Es klappte! Am 07. April hatten wir die Bestätigung, dass der Rat der Veräußerung des Grundstücks an uns zugestimmt hatte! Große Freude machte sich breit, gefolgt von etwas Verwirrung in den nächsten Tagen: Man schickte uns schon einen Entwurf des Notarvertrags zu, in dem zwar der Grundstückspreis angegeben war, auch die Grundstücksgröße, aber keine genauen Informationen über Länge und Breite des Baufensters... und ohne zu wissen, was für ein Haus ich dort bauen kann, kann man schlecht mit der Hausplanung anfangen, was ja für die letztendliche Entscheidung nicht ganz unwichtig ist. Nach einigem Hin- und Hertelefonieren mit den Menschen auf dem Amt hatten wir diese Informationen, und noch eine zusätzlich: Zum Kaufpreis kamen hier nämlich nicht nur die üblichen Hausanschlussgebühren dazu, sondern auch noch schlappe 12.000 € an Erschließungskosten für die Straße.
Kurz geschluckt, kurz überschlagen: Könnte knapp werden, je nachdem, was das Haus kostet. Also erstmal nichts entschieden, warten wir mal die Gespräche mit den Baufirmen ab. Wir müssen ja nicht morgen unterschreiben.
Und dann kam alles ganz anders... Nämlich so.

Grundstückssuche, die 1.

Wann wir beschlossen haben zu bauen, lässt sich nicht genau sagen.
Dass wir nicht dauerhaft zur Miete wohnen wollen stand für uns irgendwie schon immer fest.

Eine Eigentumswohnung kam für uns nicht in Frage: Wir wollten etwas wirklich eigenes, ohne Nachbarn drüber drunter und nebenan auf die man Rücksicht nehmen muss, ohne dass für jede Veränderung die Hausgemeinschaft befragt werden muss und ohne Treppenhaus, Garage, Garten, Keller und Co. teilen zu müssen.

Ein "gebrauchtes" Haus zu kaufen zogen wir kurz in Erwägung, verwarfen es aber schnell wieder. Der Grund: Wir fanden, dass man in einem bestehenden Haus immer Kompromisse macht, was Raumaufteilung, Bausubstanz, Außenansicht etc. betrifft. Man bekommt nie sein "Traum"-haus. Oder man muss soviel Zeit und Geld in Umgestaltung investieren, dass man auch gleich neu bauen kann. Das mag arg pauschalisiert sein und so sicher nicht für jedes Haus und Jedermann zutreffen, für uns stellte es sich aber so dar. Zumal wir beide keine Typen sind, die an Handwerksarbeit Spaß haben, und beide nicht gern in einem "nicht fertigen" Haus wohnen wollten, an dem immer noch etwas zu verbessern ist.

Also sollte es ein Neubau sein. Nur wo? Wir wohnen in Bonn, und Bonn ist "dicht". Es gibt sehr wenig freie Fläche, und sehr viele Menschen, die hier bauen möchten. Was daran liegt, dass Bonn einfach toll ist.  Entsprechend hoch sind die Grundstückspreise (350-450 €/m²) und entsprechend hoch ist die Nachfrage. Die wenigen Baulücken, die es gibt, werden zu horrenden Preisen veräußert, die wir nicht hätten bezahlen können, selbst wenn wir gewollt hätten. Im Herbst 2013 rückte ein Neubaugebiet in den Fokus, das nur ein paar Straßen entfernt von unserer Mietwohnung durch die Stadt selbst erschlossen wurde.
Jede Stadt vergibt ihre Grundstücke auf unterschiedliche Art und Weise, haben wir gelernt. Die Stadt Bonn führt eine Art "Casting" durch, bei dem die Bewerber nach unterschiedlichen Kriterien bewertet und daraus eine Rangfolge erstellt wird. Dadurch bekommt die Stadt demographisch genau das Wohngebiet, das sie gerne möchte. Für das betreffende Neubaugebiet gab es Pluspunkte für die Altersgruppe bis 40 Jahre, Pluspunkte für Kinder, Pluspunkte für Arbeitsplatz in Bonn (da so wahrscheinlicher wird, dass man dort dauerhaft wohnen bleibt), und Pluspunkte wenn man bereits in Bonn wohnte (denn dann wird wieder Wohnraum frei). Nach dem Einkommen wird natürlich auch geschaut.

Für uns hieß das: Wir sind 28 und 31 Jahre alt, check!
Wir haben (noch) keine Kinder: Minuspunkt.
Der eine arbeitet in Bonn (check), die andere pendelt nach Neuwied (Minuspunkt).
Wir wohnen bereits in Bonn (check).

Da wir die Info hatten, dass sich ca. 8-mal soviele Interessenten bewerben, wie Grundstücke da sind, hieß das: Keine rosigen Aussichten.

Hinzu kam, dass die Grundstücke zum größten Teil Doppelhausgrundstücke waren, pro Hälfte 300m². Doppelhaus schön und gut, aber bei der Grundstücksgröße abzüglich Einfahrt und Garage, abzüglich Hausfläche und Terrasse bleibt noch etwa die Fläche eines Handtuchs als Garten. Der obendrein noch zu allen Seiten unmittelbar an die Gärtchen der Nachbarn grenzt, sodass man sicher sein kann dass auch Herr Huber aus der Nr. 13 noch mitbekommt, was sich Frau Schmidt in der 19. auf dem Grill legt.

Also weitersuchen...

Mein erster Post!

Wir wollen bauen!

Soviel steht fest. Sämtliche andere Entscheidungen müssen aber noch getroffen oder zumindest sorgfältig geprüft werden.
Da uns diverse Baublogs bei der Vorbereitung geholfen haben und sicher bei noch zu treffenden Entscheidungen helfen werden habe ich beschlossen, ebenfalls einen zu führen (dies ist übrigens mein erster und einziger Blog, ich habe keine Ahnung, was ich hier tue...). Ob dieser den Lesern dann hinterher zeigt, wie man es nicht machen sollte, oder (hoffentlich) ein gutes Beispiel gibt, wird sich zeigen. Das heißt, falls sich Leser finden. Ansonsten können so zumindest unsere Familien und Freunde an unserem Vorhaben teilnehmen.
Ich beginne mit unserem Bautagebuch so ziemlich am Anfang, damit hoffentlich alle Schritte der Entscheidungsfindung und der Planung mitverfolgt werden können.
Ein bisschen was ist aber bisher schon passiert, was genau, lest ihr HIER